Blaues Licht
Gestörter Schlaf, Netzhautbelastung, überreiztes Nervensystem… Blaues Licht von Bildschirmen hat echte, dokumentierte gesundheitliche Auswirkungen — besonders bei seiner Spitzenwellenlänge von 450 nm. Sie zu verstehen ist der erste Schritt, um sich effektiv zu schützen.

Was ist blaues Licht?
Blaues Licht ist Teil des sichtbaren Lichtspektrums mit Wellenlängen von etwa 380 bis 500 nm. Es ist das energiereichste sichtbare Licht — was es je nach Kontext und Expositionsdauer sowohl nützlich als auch potenziell schädlich macht.
Natürliches blaues Licht der Sonne spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung unseres zirkadianen Rhythmus. Das Problem entsteht durch künstliches blaues Licht, das von LED-Bildschirmen (Smartphones, Computern, Tablets, Fernsehern) ausgestrahlt wird und uns zu ungünstigen Tageszeiten — und aus kurzer Entfernung — hochenergetischen Wellenlängen aussetzt. LED-Bildschirme senden einen ausgeprägten Energiespitzenwert um 450 nm aus — die Spitzenwellenlänge des blauen Lichts und die biologisch aktivste.
Die zwei Kategorien von blauem Licht
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Blau-türkis (465–495 nm): reguliert Wachheit und den Schlaf-Wach-Rhythmus — tagsüber vorteilhaft, abends störend
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Blau-violett (380–455 nm): das energiereichste und bei chronischer Exposition potenziell schädlichste für die Netzhaut — mit einem Intensitätsmaximum bei 450 nm, der Wellenlänge, die am stärksten mit photochemischen Netzhautschäden in Verbindung steht
Die dokumentierten gesundheitlichen Auswirkungen von blauem Licht
1. Störung des zirkadianen Rhythmus und des Schlafs
Blaues Licht ist das primäre Umweltsignal, das die Produktion von Melatonin — dem Schlafhormon — reguliert. Die abendliche Bildschirmnutzung unterdrückt die Melatoninsekretion und verzögert den Schlafbeginn. Die 450-nm-Wellenlänge ist dabei besonders wirksam, da sie direkt die Photorezeptoren stimuliert, die für die circadiane Signalgebung verantwortlich sind.
Studien zeigen, dass 2 Stunden Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen die Melatoninproduktion um 1,5 Stunden verzögern, die Gesamtschlafzeit verkürzen und die Schlafqualität verschlechtern — mit Kaskadeneffekten auf Konzentration, Stimmung und Immunsystem.
2. Langfristiger retinaler oxidativer Stress
Chronische Exposition gegenüber blau-violettem Licht erzeugt reaktive Sauerstoffspezies (ROS) in retinalen Zellen, was kumulativen oxidativen Stress verursacht. Der 450-nm-Peak ist die Wellenlänge, bei der dieser photochemische Schaden am stärksten ausgeprägt ist — sie dringt tief in die Netzhaut ein und wird direkt von den Photorezeptorzellen absorbiert.
Mehrere Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen längerer Blaulichtbelastung und beschleunigtem Abbau der Photorezeptoren hin, was potenziell das Risiko einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) über Jahrzehnte erhöht.
3. Überstimulation des Nervensystems
Blaulicht aktiviert intrinsisch photosensitive retinale Ganglienzellen (ipRGCs), die direkt mit den Wachheitszentren des Gehirns verbunden sind — unabhängig vom Sehen selbst.
Die Nutzung von Bildschirmen am Abend hält einen Zustand neurologischer Wachheit aufrecht, der mit der natürlichen Schlafvorbereitung unvereinbar ist und zu Einschlafproblemen sowie geistiger Ermüdung trotz körperlicher Müdigkeit beiträgt.
4. Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
AMD (Altersbedingte Makuladegeneration) ist die Hauptursache für irreversible Sehverluste bei Erwachsenen über 50 in Industrieländern. Sie entsteht durch die fortschreitende Verschlechterung der Makula — der zentralen Zone der Netzhaut, die für scharfes, detailliertes Sehen verantwortlich ist.
Forschungen deuten zunehmend darauf hin, dass chronische Blaulichtbelastung — insbesondere im Bereich des 450-nm-Peaks — ein beitragender Faktor für das Fortschreiten der AMD ist. Bei dieser Wellenlänge erzeugt Blaulicht die höchsten Oxidationsstresswerte in den retinalen Pigmentepithelzellen (RPE), die für das Überleben der Photorezeptoren entscheidend sind. Über Jahre kumulativer Belastung kann dieser Schaden den Beginn und die Progression der AMD beschleunigen.
Genau deshalb wies der ANSES-Bericht 2019 darauf hin, dass die bestehenden LED-Sicherheitsstandards unzureichend sind – sie wurden nicht für eine langfristige, tägliche Bildschirmbelastung konzipiert.

5. Anerkennung durch die Regulierung: der ANSES-Bericht
Die wissenschaftliche Besorgnis über Blaulicht beschränkt sich nicht auf die akademische Forschung – sie hat die höchsten Ebenen der öffentlichen Gesundheitsregulierung erreicht. Im April 2019 veröffentlichte die französische Nationale Agentur für Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) einen wegweisenden Bericht über die Risiken von Blaulicht, das von LED-Beleuchtung ausgeht.
Der Bericht bestätigte und erweiterte die Ergebnisse einer ersten ANSES-Studie aus dem Jahr 2010 und verstärkte die Bedenken hinsichtlich langfristiger photochemischer Schäden an der Netzhaut und des Risikos einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD).
Eine zentrale Erkenntnis des Berichts von 2019: Die bestehenden Sicherheitsstandards für die Blaulichtintensität bei LED-Produkten basieren auf kurzfristigen (Typ II) Schwellenwerten für Netzhautschäden – und sind daher zu hoch angesetzt, um einen langfristigen, chronischen Kontakt zu schützen, der bei modernen Bildschirmen und LED-Beleuchtung zur Norm geworden ist.

Wichtig: Blaulicht verursacht keine Augenbelastung
Entgegen einer weit verbreiteten Fehlannahme ist Blaulicht keine direkte Ursache für Augenbelastung. Der wissenschaftliche Konsens führt Asthenopie-Symptome auf Akkommodationsanstrengung, vermindertes Blinzeln, Blendung und trockene Luft zurück – nicht auf die Lichtwellenlänge.
Blaulicht und Augenbelastung sind zwei unterschiedliche Probleme, die bei Bildschirmnutzern oft zusammen auftreten – deshalb behandelt Gunnar beide mit ergänzenden Technologien.
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Gunnar-Technologie: Blaulichtfilterung an der Quelle
Gunnar Optiks hat eine patentierte Blaulichtfilter-Linsentechnologie entwickelt, die speziell kalibriert ist, um die schädlichsten Blaulichtwellenlängen zu filtern und dabei Farbgenauigkeit und Sehkomfort zu erhalten. Die gesamte Filterleistung von Gunnar wird bei 450 nm — der Spitzenwellenlänge des Blaulichts — durch den Gunnar Blue Light Protection Factor (GBLPF) gemessen und zertifiziert, ein standardisiertes Maß, das angibt, wie viel Blaulicht jede Linse bei dieser kritischen Wellenlänge filtert.
Amber-Tönungen — gezielte Filterung bei 450 nm
Gunnars charakteristische Tönungen sind präzise darauf ausgelegt, das blau-violette Spektrum zu filtern, mit maximaler Abschwächung im 450-nm-Bereich — der Wellenlänge, die am stärksten mit Netzhautbelastung, circadianer Störung und AMD-Risiko verbunden ist — und gleichzeitig eine natürliche Farbwiedergabe für den täglichen Gebrauch zu gewährleisten.
Clear — 35 % Blaulichtfilterung bei 450 nm, minimale Farbverschiebung, ideal für den Tagesgebrauch
Amber — charakteristische Tönung, beste Balance aus Filterung bei 450 nm, Kontrast und täglichem Komfort
Amber Max — 98 % Blaulichtfilterung bei 450 nm, maximaler Schutz für intensive oder abendliche Nutzung
Linsenbeschichtungen — Reduzierung der Streuung hochenergetischen Lichts
Gunnar Gläser verfügen über entspiegelte Beschichtungen, die für Bildschirmumgebungen optimiert sind und sowohl Umgebungslichtreflexionen als auch die Streuung hochenergetischer blauer Wellenlängen auf der Linsenoberfläche reduzieren.
Brillengläser mit Sehstärke — voller Schutz mit Ihrer Korrektur
Alle Gunnar Blaulichtfilter-Technologien sind auch als Blaulichtbrillen mit Sehstärke erhältlich, die Ihre optische Korrektur mit Amber- oder Amber Max-Tönungen und entspiegelten Beschichtungen in einer einzigen Linse kombinieren.
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